Spätnachmittagsspaziergang mit Z.

Wir umrunden den Pankower Bürgerpark. Keine Madarinenten zu sehen. Aber Stockenten sind auch schön, finden wir. Und auch die Blumen und Bäume und das Licht.

Ein schöner Tag, schade, dass es jetzt schon so schnell dunkel wird.


Herbstag

Der Boden saugt die Sonne auf,
an solchen warmen Tagen
noch grünt das starke Gras,
und auch die Bäume tragen,
Blätter noch und manche Frucht,
doch wir Menschen klagen,
die Winterbilder schon vor Augen,
statt Frühlingsträume keck zu wagen.

 


Notizen in mehreren Akten – Nichts ist sicher

Prolog

Nichts ist sicher – mit einer Ausnahme: Der Tod ist uns sicher.  Dass wir irgendwann sterben, gilt als vorläufig erwiesen.  Aber genauso gilt, was der Esel der Bremer Stadtmusikanten dem mit dem sicheren Tod bedrohten Hahn einst sagte: Etwas Besseres als den Tod, findest Du überall.

 1. Akt – Datensicherheit

Vorgestern schrieb mir C. eine Nachricht auf Telegram, die Nachricht zusammengefasst  lautete:  Telegram ist sicherer als WhatsApp.

Für diejenigen Leser, die kein Smartphone besitzen: Beide Programme sind Chat-Nachrichten-Programme, mit denen man sich Nachrichten, Bilder und Dateien von Mobiltelefon zu Mobiltelefon schicken kann.

Zu WhatsApp (Markführer), das inzwischen Facebook gehört, gibt es Alternativen – Telegram ist die eine, Threema eine andere, wahrscheinlich sogar die “bessere“  Alternative, wenn es um die Sicherheit geht. Mit Sicherheit ist dabei die Sicherheit der übermittelten Daten genannt – einfach: Wer liest und guckt da mit?

Geheimdienste, Polizei, Datensammlerkraken und sonstige bösen Mächte könnten vielleicht Daten lesen, die nicht für sie bestimmt sind.

Und nein, es gibt nicht nur die 3 erwähnten Messenger, auch Skype, der Facebook Messenger, Signal und einige weitere spielen noch mit. Alle diese Dienste ermöglichen Kommunikation – auch über große Entfernungen hinweg. Besonders wichtig sind sie also für diejenigen, die weit von ihrer Heimat Kontakt nach Hause haben wollen.

Signal ist übrigens die App, mit der Edward Snowden seine Nachrichten schreibt, mir hat er allerdings noch keine geschrieben. Hi Edward – meld dich mal, ich hab auch Signal :-).

Auf meinem Smartphone finden sich also allerlei Messenger, schließlich möchte ich in Verbindung bleiben – auch mit denen, die Telegram oder Skype benutzen. Persönlich ist mir aber bei Nachrichtendiensten die Sicherheit völlig gleichgültig.

 M. schickte mir gerade ein Bild von den Zutaten für eine Kürbissuppe, die wir demnächst essen wollen, und ich schickte ihr ein Bild von einem kleinen Hasen Konstantin, der gewaschen in einer Schüssel sitzt. Falls sich irgendein Geheimdienst dafür interessiert – bitte, soll er sich an den Bildern freuen. Mitessen darf er nicht und Konstantin bleibt bei mir.

Konstantin

Konstantin

Irgendwann habe ich für mich entschieden, dass mir ein wenig Bequemlichkeit wichtig ist. Deshalb speichere ich Daten und Termine beim Datenkraken Google, und ich führe kein Adressbuch mehr. Brauche ich ein neues Mobiltelefon, werden meine Daten automatisch übertragen, und ich muss mich um nichts kümmern.  Überall auf der Welt kann ich auf meine Daten zugreifen – und wer mein Passwort kennt, der kann das auch.

Äh… Apropos Passwort. Ich habe gefühlte 150 Passwörter. Eines komplizierter als das andere. Ständig muss ich neue Passwörter kreieren und auswendig lernen. „Bitte wählen Sie ein Passwort aus mindestens 8 Zeichen. Das Passwort muss mindestens einen Großbuchstaben, einen Kleinbuchstaben, eine Zahl und ein Sonderzeichen enthalten. Umlaute sind nicht gestattet.“  

Das nervt.  Aber angesichts einer Liste der 10 häufigsten Passwörter der Deutschen, die nicht nur viel über die Bequemlichkeit ihrer Benutzer aussagten, sondern auch über uns deutsche Internetnutzer  überhaupt, ist es kein Wunder, dass uns die Anbieter zu mehr Achtsamkeit zwingen wollen.

Die zehn häufigsten deutschen Passwörter:

hallo
passwort
hallo123
schalke04
passwort1
qwertz
arschloch
schatz
hallo1
ficken

Im Folgenden sind die  meistgenutzten Passwörter in Deutschland (inklusive Zahlenkombinationen) basierend auf 30 Millionen Nutzerkonten, die als .de-Domain registriert sind, aufgelistet. Gefettet sind die deutschsprachigen Einträge.

123456 
123456789 
12345
hallo
1234
passwort
12345678
hallo123
schalke04
1234567
(Veröffentlicht vom Hasso-Plattner-Institut – KLICK)

Das Volk der Dichter und Denker ist bei Passwörtern offenbar eher denkfaul. Vor allem verwundert das angesichts der Aussagen, dass den Deutschen ihre Sicherheit so wichtig ist.

Es ist aber wirklich  zu unsicher, überall das gleiche Passwort zu verwenden. Wird das Portal gehackt,  wie es auch so großen Anbietern wie Yahoo passiert, dann fallen den Hackern die Passwörter in die Hände und sie können die entsprechenden gleich mal bei Amazon und PayPal ausprobieren. Das kann teuer werden.

Also: Bei Passwörtern geht Sicherheit vor Bequemlichkeit.

Wer einen Laptop mit einer eingebauten Kamera benutzt und ganz sicher sein will, dass er nicht gefilmt wird, wenn er es nicht will, sollte die Kamera zeitweise abdecken oder zukleben, sicher ist sicher. Könnte ja interessant sein, was bei Lieschen Müller zu Hause so los ist.

Dennoch, in den meisten Fällen sind Ziel von Hackerangriffen eher Systeme von Firmen oder Staaten. Krankenhäuser, Flughäfen und Atomkraftwerke werden zum Beispiel mit sogenannter Ransomsoftware angegriffen.

Dabei werden Dateien auf Computersystemen von einer Schadsoftware verschlüsselt und nur nach Zahlung eines Lösegelds (englisch: Ransom) wieder freigegeben. (Klick für Beispiel)

Was mit Hackerangriffen alles möglich ist, ist kaum vorstellbar, beinahe alle unsere Systeme werden von Computern gesteuert und ohne die und Strom sind wir inzwischen ziemlich hilflos.

Auch für „unsereins“ ist Datensicherheit im Internet ziemlich anstrengend, wenn man sie will und selbst dann ist sie relativ.

Bei den Genossen, mit denen ich die Weltrevolution machen will, gehe ich persönlich vorbei und hole sie ab. Das geheime Klingelzeichen geht so x-x-xxx-x-xxxx. Also, wenn es so klingelt, bitte öffnen.

Merke: Datensicherheit ist etwas für Profis und Freaks. Alle anderen müssen abwägen, wieviel Zeit und Kraft sie investieren wollen und können. Und: Nichts ist sicher…


Im kommenden Jahr

Im kommenden Jahr,

ist der Star der Star,

zwitschert meine Meise,

die haben keine Meise.

Ach Meise, sei leise,

der Star ist in Gefahr…

Meine Meise – sehr enttäuscht

Vogel des Jahres 2018: Der Star

Vogel des Jahres bei Wiki – mit Liste – KLICK


Das war doch gerade eben

Die verrückte Uhr

Die verrückte Uhr

 

Das war doch gerade eben,

als wir noch Kinder waren,

eiliger zieht die Zeit vorbei,

je länger wir schon leben.

Jetzt ist es aber an der Zeit,

die Zeit einfach mal zu drehen

und an der Uhr, es ist soweit,

da könnt ihr das schon sehen!


Abendstimmung an der Oder

In der Oder fließt ein besonderes Wasser, man muss es gar nicht trinken – es hilft schon gegen Traurigkeit, wenn man es einfach nur anguckt, es ist wild und freundlich, still und überraschend.

Und am Abend wickelt die Oder die Sonne ein…

Abendstimmung an der Oder

Abendstimmung an der Oder

 


Abschiebezentren mit Stacheldraht

Schuh

Schuh

Ich bin mal wieder ratlos. Sie werden es wirklich tun. Es gibt sie ja schon, diese Abschiebezentren – Klick. Da wohnen sogar Schaukelpferde hinter dem Stacheldraht.

Özdemir wird Außenminister und trinkt mit Erdogan Tee? Linder bekommt das Wirtschaftsministerium und Merkel lächelt. Um das Umweltministerium wird noch gestritten. Ich dachte, die AFD sei drittstärkste Partei geworden, aber das stimmt nicht. Die AFD hat die Wahl gewonnen.

Und noch eine Hörempfehlung:

27 Jahre Deutsche Einheit – wie einig sind die Deutschen?


Vom Glück, die Natur schön finden zu können

Heute habe ich ein Buch geschenkt bekommen, es heißt: „Vom Glück, mit der Natur zu leben“. Das wunderbare Buch ist ein Tagebuch, und es ist in Olton entstanden, einem Ort in Warwickshire, wo die Familie der Autorin wohnte. Edith Holden hat den Jahreslauf gezeichnet, gemalt und aufgeschrieben, was ihr in der Natur begegnete. Der stürmische Wind und die abgeflogenen Mauersegler, der Fliegenpilz, der Specht und meine Freundin, die Libelle, finden im Tagebuch Platz neben Gedichten, so schön ausgesucht, dass ich  kaum aufhören kann, darin zu lesen.

Nun brennt der Wald in feuerfarbner Pracht,

Und Tag für Tag verfällt, verweht das Laub.

Im Türspalt klagt der Herbstwind jede Nacht

Von seiner Fahrt durch öder Felder Staub,

Von seinem Ritt durch Hochlandeinsamkeit

Bis hin zum Meer, dem er sein Brausen lieh –

Und zärtlicher als Sommers Lust und Freud

Greift leis‘ nach dir Melancholie.

William Allingham

Sonnenschein und ein blauer Himmel – wir hatten Glück. Was für ein schöner Spaziergang durch den Park! Libellen umschwärmten uns und auch die Bienen, Hummeln und Schmetterlinge schienen die Oktobersonne zu genießen. Der große Mammutbaum und die Ginkgobäume, die im Wind tanzenden Gräser und das Klopfen des Spechts – in der Ferne irgendwo rufende Kraniche – das ist Balsam und Labsal für die Seele. Der Wald, der mich einst adoptierte, hat mich gelehrt, dass die Natur eine ehrliche Haut ist – verlässlich, freundlich und gefährlich. Auch heute zeugten die gefallenen Bäume von der Gewalt des großen Sturms in der letzten Woche. Merke: Rohe Gewalt bringt auch Gesunde um. Auch kräftige Bäume, umringt von ihren Genossen, sind nicht unsterblich und halten nicht jedem Sturm stand. Ich fotografiere, was ich sehe – Vorsorge für den farbkargen Winter und die eigene permanente Vergesslichkeit. Die Schönheit des heutigen weißen Schmetterlings ist gewaltig – selbst ein Kohlweißling sieht heute ganz anders aus als gewohnt und wird nicht sofort erkannt. Seltsame Früchte, zarte Ballons, abgeworfen von einem unbekannten Strauch, machen neugierig. Was ist das?

Seltsamer-Ballonstrauch

Seltsamer-Ballonstrauch

Ballonfrüchte

Ballonfrüchte

Das Damwild, das hier sonst steht, ist wohl in den Urlaub gefahren, das Futter, das ich für die Hirsche und Damen gekauft habe, nehme ich mit nach Hause. Außerdem nehmen wir Kartoffeln mit, verkauft von klugen jungen Leuten, die sich auskennen. Mehlig kochende, vorwiegend fest kochende, der persönliche Geschmack entscheidet, Kartoffel ist nicht gleich Kartoffel.

Herbst

Als ich nach Hause komme, regnet es schon wieder. Aber ich habe ja die Bilder – auf der Speicherkarte und im Kopf – und die Erinnerung an das gute Gespräch, an das ich immer denken werde, wenn ich die Bilder des Ausflugs sehe. Das ist auch ein Stück vom Glück.

Herbst

Herbst

Wir sprachen auch über Ginkgo – und ob ein Extrakt der Pflanze vielleicht gegen Vergesslichkeit – Demenz – hilft, ich habe das also heute am Abend noch einmal recherchiert, es kommt ganz darauf an, es gibt rezeptpflichtige Präparate, die gegenüber einem Scheinmedikament Vorteile aufweisen, aber diese sind „moderat“. Ich persönlich empfehle die „Einnahme“ von etwas Goethe, der hat auch gewiss keine unangenehmen Nebenwirkungen.

Goethe_Ginkgo_Biloba

Goethe_Ginkgo_Biloba


Wilder Hopfen in der Abendsonne

Die Abendsonne hat sich in den wilden Hopfen verliebt…

Das verstehe ich.

Hopfen

Hopfen


Die Zeichen der Zeit

Uhrenturm

Uhrenturm

Man muss sie nur erkennen –  die Zeichen der Zeit.

Warnung am Straßenrand, Baum ab links, Baum ab rechts.

Der Himmel trauert grau und weint.

Unterm Uhrenturm

ein Mosaik:

Merke: Die Zeit ist keine Schnecke.

Schnecke

Schnecke