SAG NEIN


Sinfonie für mehrere Farben und eine Biene

Sinfonie

Sinfonie


Abschied

Mich erreicht

jetzt schon ein letzter leichter Sommergruß.

Noch sind die Blätter grün,

doch die ersten segeln schon im zarten Wind

unaufhaltsam ihrem Ende zu.

Mühsam bahnt sich ein Abendsonnenstrahl den Weg

und besucht mich.

Es wird schon so früh dunkel.

Gerade eben, denke ich, war doch noch Frühling.

Was bleibt vom Sommer?

Ein zartes Rotkehlchen auf dem Zaun –

zum Beispiel.

Doch ich weiß schon jetzt:

Es wird kälter in Deutschland,

schon am Sonntagabend.

Rotkehlchen

Rotkehlchen

 


Die zwei Leben der Klawitters – Neues von den Klawitters: Leben 1 (ohne Grundsicherung im Alter – auch Hartz4 genannt)

Die ist einfach nur schön, sagt Frau Klawitter und stellt die letzte Sonnenblume in die Vase. Herr Klawitter lächelt. Ja, die ist schön.

(Falls jemand über Frau und Herrn Klawitter noch nichts gelesen hat -beide sind Rentner, aber beide Renten sind zu gering – eigentlich reicht es nicht zum Leben. Informationen findet der Suchende über die Suchfunktion – Klawitter eingeben :-))) – oder hier z.B. lesen)

Die Sonnenblume haben die Klawitters aus dem Garten mitgebracht. Den haben sie also immer noch. Nicht verkauft. Folglich auch keine Grundsicherung. Kein Amt, das auf ihre Bezüge guckt. Keine Sachbearbeiterin, die sich ihre Kontoauszüge vorlegen lässt (ungeschwärzt auch die Ausgaben!) und keine Fragen von fremden Menschen, die in ihr Leben hineinreichen. Dass Grundsicherung ihr gutes Recht wäre, das wissen sie. Sie wissen aber auch, was es bedeuten würde, das Recht in Anspruch zu nehmen.

Die Klawitters haben sich gegen die klugen Ratschläge des SPD-Mannes von vor 4 Jahren entschieden und nicht schnell ihre Ersparnisse verbraucht. Sie wollen sich eine Gleitsichtbrille leisten können und nicht in Verzweiflung geraten, wenn die Waschmaschine kaputt geht.

Den Garten an die Kinder an die Kinder zu „überschreiben“,  wie das der Mann von der Sozialdemokratischen Partei vorgeschlagen hatte, das funktioniert in einer Kleingartenkolonie sowieso nicht so einfach. Wer den Garten haben will, muss im Umkreis wohnen. 300 km – und so weit wohnen die Kinder –  sind zu viel. Außerdem, wollen die Klawitters nicht tricksen, nicht betrügen.

Und dann die Wohnung. Da sind sie seit vielen Jahren zu Hause. Hätten sie Grundsicherung beantragt, hätten sie sich einem sogenannten Kostensenkungsverfahren unterziehen  müssen, weil ihre Miete zu hoch ist. Miete wird nur „angemessen“ bezahlt vom Amt und was angemessen ist, bestimmt sich nach örtlichen Vorschriften, die sich nicht halb so schnell ändern wie die Mieten steigen.

Die Klawitters wollten bleiben, wo sie zu Hause sind. Sie wollten einfach ihr bescheidenes Leben weiterführen. Inwischen sind sie in den Genuss mehrfacher Renterhöhungen gekommen und haben ein monatliches Einkommen von etwa 1400 €. Leider ist auch die Miete ihrer kleinen Wochnung gestiegen. Mehr als 20 % darf der Vermieter zwar nicht in erhöhen innerhalb von 3 Jahren, aber inzwischen sind es doch schon 40 %. Die kleine Wohnung kostet nun nicht mehr 550 € sondern fast 700, genauer 690 €.

Und so tun die Klawitters, was sie immer getan haben, sie arbeiten. Statt den „Ruhestand“ zu genießen, genießen sie ihre Unabhängigkeit und den eigenen Garten in der Kolonie. Frau Klawitter, inzwischen 69 Jahre alt, jobt als Springerin bei einem kleinen Pflegedienst. Wenn eine feste Mitarbeiterin ausfällt, bekommt sie einen Anruf und muss los. Sie ist also beinahe immer in „Bereitschaft“.  Rund 4o0 € fließen so zusätzlich in die Haushaltskasse. Sehr schwer verdientes Geld.

Herr Klawitter, einst Chefredakteur einer kleinen DDR-Zeitschrift schreibt SEO-optimierte Texte für ein Portal, das solche Texte in Auftrag gibt. Das sind Texte, die nur dazu dienen, Suchmaschinen wie Google die Seite schneller finden zu lassen. Der Auftraggber legt fest, wie oft bestimmte Worte im Text vorkommen müssen und in welcher gramatikalischen Form. Es könnte zum Beispiel um Katzenspielzeug gehen. Die Arbeitsanweiung würde dann lauten: Schreiben Sie einen kreativen Blogbeitrag. Worte: 250. Folgende Worte sollen vorkommen: Fünfmal Katze, dreimal Kater, dreimal Intelligenzspielzeug für Katzen, fünfmal Gutschein und fünfmal  Zoogigant. Die Entlohnung für solch einen Text liegt bei 1,5 Cent pro Wort. Je nachdem wie man eingestuft ist. Mit 4 hat Herr Klawitter eine hohe Einstufung – das beschert ihm die hohe Vergütung von 1,5 Cent pro Wort. Andere schreiben für die Hälfte.  Zwei bis drei Stunden braucht er für einen solchen Text, an manchen Tage kommt er auf 15 €. Er schreibt diese Texte, wann immer es Aufträge gibt. Monatlich verdient er damit etwa 250 €. Zusätzlich schreibt er für ein anderes Portal kleine Gedichte. Allerdings muss er als Selbständiger davon noch Krankenkassenbeiträge bezahlen, aber auch dann bleibt noch etwas übrig. Außerdem setzt er das frühere Kinderzimmer als Arbeitszimmer bei der Steuer ab. Ja übrigens, Steuern müssen die Klawitters auch bezahlen. Der Betrag ist aber eher unwesentlich.

Über die SPD lachen die Klawitters nur noch. Sie wählen die Linke. Und hoffen, dass sie, bis sie 80 Jahre alt sind, arbeiten können. Und in Würde leben.

Die SPD hat nichts dazugelernt. Die geplante Solidarrente (im Wahlprogramm nur oberflächlich beschrieben) ist ein Witz, denn sie ist wieder „vermögensabhängig“. Und was so als Vermögen gilt, das wissen wir ja von der Grundsicherung. Immerhin wurde das Schonvermögen inzwischen auf 5000 € erhöht – das reicht aber nicht einmal für ein altes Auto, das goldene Armband von der Oma und die Beerdigungskosten.

Der SPD-Text in voller Länge:

Langjährige Arbeit muss sich auszahlen: die Solidarrente
Wer 35 Jahre oder länger Beiträge gezahlt hat und/oder Zeiten für Kindererziehung und Pflege angerechnet bekommt, soll einen Anspruch auf eine gesetzliche Solidarrente haben, sofern keine ausreichende Anzahl an Entgeltpunkten und kein umfangreiches sonstiges Einkommen im Haushalt vorhanden ist. Mit der Solidarrente wollen wir ein Alterseinkommen für langjährig Beschäftigte gewährleisten, das zehn Prozent über dem durchschnittlichen Grundsicherungsanspruch am Wohnort liegt. Regional unterschiedliche Wohnkosten werden so berücksichtigt.

WOW: 790 € beträgt der durchschnittliche Grundsicherungsanspruch – da bekommt ANTRAGSRELLER (wenn er denn bewiesen hat, dass kein „umfangreiches“ sonstiges Einkommen im Haushalt vorhanden ist) zusätzlich 79 €. Das großartige Einkommen beträgt dann nach einem Arbeitsleben, Erziehung und Pflege 869 €. Und dafür muss sich dann jemand auf seine Kontoauszüge gucken lassen, seine Unterlagen für die Miete einreichen usw.

Allein für die Veröffentlichung einer solches Vorhabens in einem Programm, das von einer „Zeit für Gerechtigkeit“ spricht, sollte sich die SPD schämen. Aber die schämt sich ja nie.

(Für Hinweise auf orthografische Fehler bin ich dankbar – die werden dann korrigiert. Gute Nacht!)

Texter

Texter


Die Freude

Johann Wolfgang von Goethe

Die Freude

Es flattert um die Quelle
Die wechselnde Libelle,
Mich freut sie lange schon;
Bald dunkel und bald helle,
Wie der Chamäleon,
Bald rot und blau,
Bald blau und grün.
Oh dass ich in der Nähe
Doch ihre Farben sähe!

Sie schwirrt und schwebet, rastet nie.
Doch still, sie setzt sich an die Weiden.
Da hab´ ich sie! Da hab´ich sie!
Und nun betracht´ich sie genau,
Und seh´ ein traurig dunkles Blau –

So geht es Dir, Zergliedrer Deiner Freuden!

Libelle

Libelle

 

Libelle-Flügellahm

Libelle-Flügellahm

Libelle - blau

Libelle – blau

Libelle-braun

Libelle-braun

Libelle-rot

Libelle-rot

Zweisamkeit

Zweisamkeit


Das Glück der Anderen

Heute habe ich ein sehr glückliches junges Mädchen fotografiert. Das Foto gibt es hier nicht, das ist privat. Aber die glücklichen, schönen Augen der jungen Frau sind so wunderbar, dass jeder, der in diese Augen blickt, ein wenig von ihrem Glück geschenkt bekommt. Das Glück der Anderen kann glücklich machen.


Manches fällt in Wasser…

…anderes wird reingeworfen. Heute habe ich Schwäne mit einer Kamera gefüttert. M., die meinen Kameranahwurf beobachtet hatte, war einen Moment sprachlos.  Ich auch. Die Schwäne haben sich nicht dafür interessiert.

T. schrieb mir am Abend: „Jetzt machen die Enten Selfies.“


Du siehst nur die Probleme, die Du selber hast!

Heute habe ich versucht, einen Termin beim Kinderarzt zu bekommen. Es ist mir nicht gelungen. Ich hätte mir das, was ich dabei erlebt habe, nicht vorstellen können.

Keine der vielen Praxen, die ich kontaktiert habe, war bereit, mir einen Termin für die beiden Kinder zu geben.

WIR SIND VOLL UND NEHMEN KEINE NEUEN PATIENTEN AN.

NIE WIEDER?

DOCH, ALLE 4 WOCHEN 5 NEUGEBORENE.

UND WAS SOLL MIT KINDERN WERDEN, DIE SCHON 5 oder 7 JAHRE ALT SIND? ZURÜCK IN DEN BAUCH? EINSTAMPFEN?

Ich fand das wirklich zum Heulen. Inzwischen sind die Tränen getrocknet, und ich habe die nötige Kraft und Wut – ganz freundlich und sehr bestimmt werde ich weitersuchen – und einen Termin bekommen.

Dankbar bin ich, dass ich mal wieder gelernt habe, dass Probleme aus dem Gesichtskreis verschwinden könne, wenn man sie nicht selber hat oder sie in der „Umgebung“ auftauchen.


Spinne am Morgen

Spinne

Spinne

 

Spinne am Morgen, vertreibt Kummer und Sorgen – in diesem Sinne, einfach jeden Morgen diese Spinne angucken und schon klappt einfach alles.


Sprachlosigkeit

Das wird immer klarer, bei den meisten Politikern ist auf das Volk losgelassene Sprache nur eine laute Form von Sprachlosigkeit.

Ich bin schon jetzt für die ersatzlose Streichung der kommenden Legislaturperiode zugunsten der Weltrevolution.

Eine dafür gegründete Bürgerinitiative wäre sicher nicht halb so erfolgreich wie die Pro- und Anti-Tegel Massenbewegungen.