Abgeschrieben

Doppeldeutig grinst mir ABGESCHRIEBEN entgegen.

Gestern im Restaurant des Hotels ADLON/ Kempinski brachte die rührige Serviererin den Zettel für die Kontaktdaten. Kugelschreiber beiligend.

Um den QR-Code für die App musste ich bitten.


Wir haben versagt

Wir haben es gewusst. Oder hätten es wissen können. Womit wollen wir uns herausreden?

Es war eindeutig. Wir wurden gewarnt. Die Zündschnur brannte schon.

Verantwortung kann man nicht delegieren, auch wenn das immer behauptet wird.

Jetzt ist es bereits 5 nach 12.

Was werden wir den Nachkommen der Toten sagen?

Dass wir keine Zeit hatten? Dass die Politik Fehler gemacht hat? Dass wir nichts tun konnten, alles getan haben?

Wir werden – ich ahne es – einmal mehr schweigen.

 


Päckchen und Pakete und die kleinen Freunden des Alltags

Ich habe eine Post-Phobie. Sie stammt aus anderen Zeiten, hat sich aber – rudimentär – erhalten. Damals, in den anderen Zeiten, verklebte ich in einem Brief ein vielfach bereits ebenfalls zusammengeklebtes Papier mit dem Umschlag und hoffte, der Brief käme irgendwann an. Kam er nicht. Mein damaliger Anfangsverdacht und die Interpretation des Briefverlustes waren richtig. Die wirklich lange und spannende Geschichte, was so alles mit meiner Post geschah – der versendeten und derjenigen, die mich erreichen sollte – erspare ich mir und Euch zum jetzigen Zeitpunkt, aber: Seither meide ich Briefkästen, Paketstationen und ganz, ganz besonders Postfilialen.

Da ich sehr häufig zu Hause bin, erreichen mich Pakete problemlos. Jedenfalls die, die an meine Nachbarn übergeben werden sollen. Die verschiedenen Paketlieferanten haben unsere Klingelschilder mit Zeichen versehen, bei mir steht da – so übersetze ich frei: „Macht auf, nimmt auch Pakete für Nachbarn.“

So kommt es, dass mein Korridor manchmal einer Postfilialle gleicht.

Leider funktioniert die Übersendung von Paketen und Päckchen an mich nicht gleichermaßen problemlos. Sie landen in weit entfernten Filialen (sehr häufig), bei Nachbarn, die es nicht gibt (häufig) – oder reisen durch die halbe Bundesrepublik, bis sie bei mir landen (kommt regelmäßig vor). Gut, dass ich keine Fische geschickt bekomme.

Meine Vermutung dazu: Es handelt sich um ein Konfrontationsprogramm,  mit dem mir meine Postphobie abtrainiert werden soll.

Es ist fast geschafft.

Ich bekomme so viel Freude geschickt, dass selbst die schlimmen Tage zu bewältigen sind. Danke.

Echsen übernehmen die Welt!

 

 

 


Ungeklärte Haltung

Immer wieder habe ich darüber nachgedacht.

Weg mit dem § 218. Ja, eigentlich schon. Aber:

Wann überwiegt der Schutz des ungeborenen Kindes?

Mit der Fristenlösung in der DDR hatte ich irgendwie meinen Frieden – obwohl jede Frist natürlich irgendwie willkürlich ist…

Bedingungslose Selbstbestimmung?

Also weiter nachdenken. War immer wieder mein Thema…

Lange ist es her…

Beginn einer Beziehung

 


Glückwünsche zum Frauentag

Wie jedes Jahr am 8. März erreichen mich SMS zum Internationalen Frauentag.

Es gratulieren ausschließlich Männer, die früher in der DDR gelebt haben …

Ergänzung: Inzwischen gratulierte auch ein kurdisch, türkischer Mann … (in Deutschland im Exil lebend)


Jüdin sein

Jemand sagte neulich zu mir, seiner Auffassung nach, sei ich Jüdin. Es sei für ihn dabei egal, ob ich mich so fühle oder nicht. Es wäre auch egal, ob ich religiös wäre.  Die Abstammung reiche. Ich könne eben jederzeit nach Israel gehen und bekäme dort die Staatsbürgerschaft. Ein Hinderungsgrund wäre lediglich, wenn ich eine andere Religion hätte, beispielsweise die katholische. Die israelische Staatsangehörigkeit bekommen zu können, das sei mein Privileg.

Meine Herkunft war mir immer bewusst. Dafür sorgte die deutsche Geschichte und die meiner väterlichen Familie. Dafür sorgten aber auch diejenigen, die mich mit dem Begriff JUDE (geschlechtslos) stempelten.

Gestern habe ich kurz daran gedacht, wie es wäre, auszuwandern. In das Land der Vorfahren.

Ich weiß nicht, ob ich Jüdin bin, ich habe mich nie so gesehen. Das war immer nur gespiegelt.

Heimatlos bin ich sowieso. Von Familie, Freund*innen und den Lieblingsorten einmal abgesehen.


Manchmal brauche ich…

Manchmal brauche ich die anderen Freundinnen ganz besonders. Die mit den langen Schwänzen. Die zuverlässigen, schweigsamen.

Sie beißen nicht. Sie erwarten beinahe nichts – nur Fürsorge.

Es sind vernunftbegabte Tiere und in ihrer Nähe zu leben, das hilft gegen Stoffwechselstörungen, innerliche und äußerliche.


Glückwunsch an Elke

Du Elke,

warst immer an meiner Seite.

In freundlichen und in feindlichen Zeiten.

Verlässlich,

war ein gutes Wort zu erwarten.

Mein Glückwunsch ist eine

Danksagung für all die guten Worte

und Dein Lächeln.

 

Elke Erb in Wuische 2017

Elke Erb in Wuische 2017


Kassandra sein…

Frau muss nicht Kassandra sein, um vorherzusagen, dass die 3. Welle läuft, und sie werden es nicht glauben und ihre tödlichen Öffnungsszenarien entwickeln.

#ZeroCovid


Ahnungslosigkeit

Das größte Problem zwischenmenschlicher Auseinandersetzung ist das Beharren einer Seite auf der eingeübten Ahnungslosigkeit.