Glückwünsche zum Frauentag

Wie jedes Jahr am 8. März erreichen mich SMS zum Internationalen Frauentag.

Es gratulieren ausschließlich Männer, die früher in der DDR gelebt haben …

Ergänzung: Inzwischen gratulierte auch ein kurdisch, türkischer Mann … (in Deutschland im Exil lebend)


Jüdin sein

Jemand sagte neulich zu mir, seiner Auffassung nach, sei ich Jüdin. Es sei für ihn dabei egal, ob ich mich so fühle oder nicht. Es wäre auch egal, ob ich religiös wäre.  Die Abstammung reiche. Ich könne eben jederzeit nach Israel gehen und bekäme dort die Staatsbürgerschaft. Ein Hinderungsgrund wäre lediglich, wenn ich eine andere Religion hätte, beispielsweise die katholische. Die israelische Staatsangehörigkeit bekommen zu können, das sei mein Privileg.

Meine Herkunft war mir immer bewusst. Dafür sorgte die deutsche Geschichte und die meiner väterlichen Familie. Dafür sorgten aber auch diejenigen, die mich mit dem Begriff JUDE (geschlechtslos) stempelten.

Gestern habe ich kurz daran gedacht, wie es wäre, auszuwandern. In das Land der Vorfahren.

Ich weiß nicht, ob ich Jüdin bin, ich habe mich nie so gesehen. Das war immer nur gespiegelt.

Heimatlos bin ich sowieso. Von Familie, Freund*innen und den Lieblingsorten einmal abgesehen.


Manchmal brauche ich…

Manchmal brauche ich die anderen Freundinnen ganz besonders. Die mit den langen Schwänzen. Die zuverlässigen, schweigsamen.

Sie beißen nicht. Sie erwarten beinahe nichts – nur Fürsorge.

Es sind vernunftbegabte Tiere und in ihrer Nähe zu leben, das hilft gegen Stoffwechselstörungen, innerliche und äußerliche.


Glückwunsch an Elke

Du Elke,

warst immer an meiner Seite.

In freundlichen und in feindlichen Zeiten.

Verlässlich,

war ein gutes Wort zu erwarten.

Mein Glückwunsch ist eine

Danksagung für all die guten Worte

und Dein Lächeln.

 

Elke Erb in Wuische 2017

Elke Erb in Wuische 2017


Kassandra sein…

Frau muss nicht Kassandra sein, um vorherzusagen, dass die 3. Welle läuft, und sie werden es nicht glauben und ihre tödlichen Öffnungsszenarien entwickeln.

#ZeroCovid


Ahnungslosigkeit

Das größte Problem zwischenmenschlicher Auseinandersetzung ist das Beharren einer Seite auf der eingeübten Ahnungslosigkeit.


Vergessen

Manchmal wünschte ich, ich könnte besser vergessen. Das Unangenehme unter den Tisch kehren zu können, kann lebensverlängernd sein. Ich habe wenig vergessen, auch wenn die Erinnerung oft trügt. Das schmerzt manchmal.

Doch es ist unvergleichlich schlimmer, alles zu vergessen.

Die Zeichen stehen auf Sturm. Meine Fürsorge wird gebraucht, doch woher die Kraft nehmen?


Vorübergehend

Vorübergehend,

geht es nicht vorüber.

Damit leben müssen,

ist allerdings besser,

als daran zu sterben.

Vorübergehend,

geht es nicht vorüber.

Bleib, wo Du bist und rühr Dich nicht,

ist die Devise der Tage.

Später werden wir uns

hoffentlich erinnern,

an die Vorteile des Abstands

und neue Nähe.


Wir Schmuddelkinder

Wir Schmuddelkinder gehen nicht in die Oberstadt. Wir singen ihre Lieder nicht. Die Verachtung der Oberstadtgang trifft uns mit voller Wucht, aber sie erreicht uns trotzdem nicht mehr. Wir haben uns schon entfernt und tragen einen Schutzpanzer. Wir knüpfen Freundschaftsbänder mit einer anderen Welt.


Katze und Igel

Eines Tages begegnen sich eine Katze und ein Igel.

Ich beneide Dich sehr, sagt die Katze. Ich wäre gern auch so wehrhaft.

Ach, antwortete der Igel, es ist nicht besonders schön, jeder, der sich für mich interessiert, holt sich eine blutige Nase. Besonders Hunde.

Das ist doch super, besonders, was Hunde betrifft! Bei aller Liebe, aber manchem Köter kann eine blutige Nase nicht schaden, meint die Katze und hebt galant die Pfote zur Bekräftigung. Und sagt dann: Man kann sich auch für Dich interessieren, ohne sich zu gefährden.

Ja, antwortet der Igel und seufzt, aber sicherheitshalber werde ich nicht gestreichelt.